Ob Klimawandel oder die Entwicklung sozialer Schichten – Diskussionen über Zukunftsprobleme wie diese treten nicht nur in der Gesellschaft auf, sondern werden auch immer häufiger in der Politik zur Streitfrage. Um Einblicke in die Schnittstelle zwischen Politikwissenschaften und Technologie zu bekommen, besuchte das TUM-Kolleg am Mittwoch, den 15.01.2020, die TUM-School of Governance.

Prof. Miranda Schreurs; HfP
Foto: Andreas Heddergott

Nach einer herzlichen Begrüßung durch Mitarbeiterinnen der TUM-School of Governance begann ein weiterer interessanter und informativer Uni-Tag im Rahmen des „Studium Generale“. Frau Prof. Dr. Miranda Schreurs gab uns dabei einen ersten Überblick über verschiedene aktuelle Themen, die an der TUM-School of Governance behandelt werden.

So befassten wir uns mit der Frage, wer Politik strukturiert und diese „betreibt“. In Deutschland ist es offensichtlich: Der Bundestag, der Bundesrat, die einzelnen Ministerien oder das Bundesverfassungsgericht bestimmen die Regeln. Auch auf internationaler Ebene ist Politik gut strukturiert. Aber wer hat das Recht zu entscheiden, wie globale Probleme behandelt werden müssen?

Da es keine führende globale Konstitution gibt wurden durch internationale Abkommen Organisationen wie die „United Nations“ (UN) oder die „Group of twenty“ (G20) gebildet. Anhand des Klimawandels verdeutlichte Frau Prof. Dr. Schreurs uns dabei die Ziele der zuvor genannten Gruppierungen. Durch die steigenden Emissionen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid im Rahmen der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie der Zunahme der Weltbevölkerung stieg und steigt die Durchschnittstemperatur auf der Erde stetig an, was immense Auswirkungen auf unterschiedlichste Bereiche unserer Lebenswelt hat. Mit Hilfe von internationalen Abkommen, die den Ausstoß von CO2-Emissionen reduzieren sollen, soll eine zu hohe Erderwärmung verhindert werden, wobei unterschiedliche Staaten unterschiedliche Interessen und Ziele verfolgen. Obwohl positive Tendenzen zu erkennen sind, z.B. sind bei der Energieeffizienz bei der Produktion von Industriegütern enorme Fortschritte gemacht worden, muss es gegenwärtig als sehr unwahrscheinlich angesehen werden, dass die bis 2030 bzw. 2050 gesteckten Ziele bzgl. der CO2-Emissionen und der damit einhergehenden Durchschnittstemperatur auf der Erde erreicht werden.

Im Anschluss wurden wir mit der Frage konfrontiert, wie die Welt im Jahr 2050 aussehen wird. Ob das Leben in „Plastik Bubbles“ unter Wasser möglich sein wird, verschiedene Orte durch Hyperloops verbunden sind oder neue Gesundheits- und Nahrungsprobleme auftreten werden – an dys- wie utopischen Zukunftsvorstellungen mangelt es uns Schülerinnen und Schülern nicht.

Im weiteren Verlauf unseres Besuches wurden wir über Inhalte eines Studiums an der TUM-School of Governance informiert. Dabei wird an der TUM-School of Governance intermediär gelehrt, da die Lehre der Politikwissenschaft verzahnt mit anderen Wissenschaften erfolgt. Beispiele für Lehrstühle an der TUM-School of Governance sind u.a. „European and Global Governance“, „International Relations“ und „Political Data Science“. Die Bedeutung von Politikwissenschaften für die Gesellschaft und die Entwicklung künftiger Technologien zeigt sich in Lehrstühlen wie dem „Professorship of Policy Analysis“ oder dem „Professorship of Political Philosophy and Theory“.

Eine Führung durch das architektonisch beeindruckende Gebäude der TUM-School of Governance beendete unseren lehrreichen Besuch, der uns einen umfassenden Blick auf einen weiteren Bereich TU München gab.

Das TUMKolleg 2019/21 bedankt sich bei allen Organisatorinnen und Organisatoren sowie Beteiligten, die uns diesen spannenden Tag ermöglicht haben.

Nicolas Turtl und Henning Brandes