Lernen findet überall statt – ob in Museen, im Tierpark, bei der Arbeit oder in der Schule. Doch wie kann erforscht werden, wie am besten gelernt wird?
Um dies herauszufinden, hat das TUMKolleg am Mittwoch, den 10.09.2020, das erste Mal in dem neuen Jahrgang eine Fakultät besucht: Die TUM School of Education. Coronabedingt wurden die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen ins Gebäude gebeten und die Plätze zugewiesen.

Quelle: Benedikt Cuiper und Moritz Bender

 Der große Hörsaal der TUM School of Education

Nachdem die Schülerinnen und Schüler nochmals einen Überblick über die Organisation des TUMKollegs von den TUM-Organisatorinnen Dr. Janina Häusler und Dr. Magdalena Kaden erhalten hatten, durften sie sich den Vortrag „Wir machen Schule“ von Frau Prof. Dr. Nerdel anhören. Dieser behandelt die Frage, was über Schule geforscht werden kann. Hier besteht das Problem, dass Menschen individuell und sehr verschieden lernen, weshalb das Messen bei Experimenten in der Bildungsforschung schwierig ist. Probleme ergeben sich beim Erfassen der Daten des menschlichen Lernprozesses. Man kann zwar die Inputs und Resultate feststellen, allerdings bleibt der genaue Vorgang des Lernens weiterhin im Verborgenen. Selbst ein Test kann aufgrund der falschen Fragestellungen aus Versehen völlig andere Themenbereiche abdecken als eigentlich gewünscht. Es wird also eine Messung mit einem falschen Messinstrument vorgenommen. Auch die abweichenden Wahrnehmungen und damit unterschiedliche Berichte verschiedener Menschen erschweren das Forschen. Die TUM School of Education beschäftigt sich unter anderem damit, Lernprozesse zu entschlüsseln. Die Forschung hat drei Schwerpunkte. Der Erste ist „Learn“, mit der Zielsetzung wirksame Lerngruppen zu erkennen. Dazu werden diese gemessen und rekonstruiert. Ein weiterer Schwerpunkt ist „Design“. Dort ist das Ziel neue Lernmethoden zu gestalten. Hierfür werden Simulationsumgebungen, Unterrichtsmethoden oder spezielle Gruppen untersucht. Der letzte Schwerpunkt ist „Train“, bei dem geforscht wird, durch welche Mittel das Gelernte möglichst lange im Gedächtnis bleibt. Ein Ansatz dafür ist die Digitalisierung von Unterricht und Schule.

Quelle: Benedikt Cuiper und Moritz Bender

 Präsentation von Frau Prof. Dr. Nerdel

Der nächste Programmpunkt war eine Präsentation zum Thema Pisa-Test. Pisa ist eine Studie, fällt unter den Bereich „Learn“ in der Forschung und erfasst die Grundbildung. Diese findet weltweit alle drei Jahre statt. Dabei wird immer der Schwerpunkt der drei Basiskompetenzen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften gewechselt. Um einen Vergleich zwischen verschiedenen Gruppen und Ländern sicherzustellen, werden auch Fragen zum Kontext und zum Hintergrund gestellt. Außerdem können Entwicklungen, Trends und Streuungen in den Basiskompetenzen erkannt und analysiert werden. Die Ergebnisse der Studien können online eingesehen und verarbeitet werden.

Im Anschluss an den Vortrag über Pisa haben die Schülerinnen und Schüler von Christian Kosel eine Einführung in das Thema Eye-Tracking erhalten. Diese Methode erfasst die Blickrichtung eines Menschen auf unterschiedlichste Art und Weise. Bei Feldversuchen der TUM School of Education kommen dabei Eye-Tracking-Brillen zum Einsatz. Man misst bei solchen Brillen die Blickrichtung des Auges mithilfe von Kameras und Infrarot-Reflexionen. Solche Daten können verschieden ausgewertet werden. In der TUM School of Education geht es um die Erforschung der Aufmerksamkeit von Lehrerinnen und Lehrern gegenüber einzelnen Schülerinnen und Schülern. Da der Mensch ein kompliziertes Individuum ist, muss man mit verschiedensten Methoden versuchen, die „Black-Box Mensch“ zu „öffnen“.

Quelle: Benedikt Cuiper und Moritz Bender
 

Die Eye-Tracking-Brille

Es wird davon ausgegangen, dass das Zentrum der Aufmerksamkeit gleichzeitig weitestgehend mit dem Fokus der Augen einhergeht. Mithilfe des Eye-Tracking vergleichen die Forscherinnen und Forscher nun die Arbeitsweise erfahrener Lehrerinnen und Lehrer mit Berufseinsteigern. Daraus können hilfreiche Tipps für neue Lehrkräfte abgeleitet werden.

Im Anschluss folgte eine Mittagspause, welche für das TUMKolleg leider, aufgrund der Corona-Maßnahmen, nicht in der Mensa stattfinden konnte. Stattdessen bestand glücklicherweise die Möglichkeit, sich eine Pizza liefern zu lassen.

Es folgte eine weitere, detaillierte Präsentation von Michaela Groll, welche tiefere Einblicke in das Studium und das Studentenleben ermöglichte. Es wurden den Schülerinnen und Schülern sämtliche Bachelor-Studiengänge kurz erläutert. Zudem erhielten sie Eindrücke, was einen bei Studienbeginn erwartet und wie eine Anmeldung an der Universität überhaupt abläuft. Gegen Ende wurde noch ein Mathematikstudent via Zoom live dazugeschaltet. Er erzählte einiges aus seinem studentischen Alltag, der Wahl des richtigen Studienganges und beantwortete Fragen des TUMKollegs. ferenz mit Jan Mittendorf

Auszüge aus der Präsentation „Studium an der TUM“

Auszüge aus der Präsentation „Studium an der TUM“

Die Zoom-Konferenz mit Jan Mittendorf

Damit endete ein sehr lehrreicher und faszinierender Tag an der TU München, welcher allen Schülerinnen und Schülern einen wunderbaren ersten Eindruck sowohl in die Arbeit und das Studium an der TUM School of Education als auch in die gesamte Universität ermöglichte.

Das TUMKolleg 20/22 bedankt sich bei allen OrganisatorInnen und Beteiligten für diesen spannenden ersten Tag an der Universität.

Moritz Bender und Benedikt Cuiper