Quelle: Sophia Ludewig
Die Fakultät für Mathematik und Informatik am Forschungscampus von außen

„Mathematik ist ein Alphabet, mit dessen Hilfe Gott das Universum beschrieben hat.“ Mit diesem Zitat unterstrich Galileo Galilei schon vor mehr als zweihundert Jahren die Bedeutung der Mathematik für die Menschen. Mathematik ist mehr als bloße Zahlen und einfache Rechnungen, wie uns an diesem Mittwoch bei unserem Besuch der Fakultät für Mathematik gut an einigen sehr anschaulichen Beispielen gezeigt wurde.

Da wir aufgrund der aktuellen Lage und der geltenden Beschränkungen wegen Covid-19 leider die Fakultät selbst am Forschungscampus nicht besuchen konnten, fand die Veranstaltung erneut im großen Hörsaal der TUM School of Education statt. Hier ermöglichte uns die Technik einen nicht minder spannenden Tag, der um 9:05 Uhr mit einer Begrüßung durch Dr. Frank Himstedt startete. Im Anschluss daran durften wir einer Vorlesung des Vorkurses für alle angehenden Mathematik-Studenten per Live-Stream beiwohnen, in der es um Gleichungen und Ungleichungen sowie die Bestimmung der Lösungsmengen dieser ging. Hierbei war es für uns besonders spannend, mitzuerleben, wie eine Vorlesung – auch wenn sie digital stattfand – abläuft, denn obwohl das Thema schon seit der 8. Klasse bekannt ist, war es doch nicht immer leicht, dem Dozenten zu folgen, gerade, wenn es um neue Begriffe oder Abkürzungen der Mengenlehre ging.

Da auch die Studenten der Vorlesung nicht im Hörsaal folgen konnten, wurde ihnen von Dr. Himstedt während seiner Vorlesung die Möglichkeit gegeben, ihre Fragen online an ihn zu richten. Natürlich unterschied sich die Vorlesung sehr von dem uns bekannten und gewohnten Unterricht im Hinblick auf Ablauf, Geschwindigkeit und vor allem Fachsprache.

Nach der Vorlesung fand, wie auch im Mathematik-Studium üblich, die Übung statt, welche dazu dient, den gerade gelernten Stoff zu wiederholen und natürlich zu üben. Dazu besuchte uns der Masterstudent Johann Nikolaides vor Ort in der Marsstraße, um uns bei der Bearbeitung der Aufgaben zu betreuen. Diese waren in drei verschiedene Schwierigkeitsniveaus eingeteilt, sodass jeder individuell gefordert war. So bekamen wir auch einen guten Eindruck vom Alltag eines Mathematik-Studenten, da auch diese die Übungsaufgaben lösen und abgeben müssen, um am Ende zur Klausur zugelassen zu werden.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann mit einem mathematischen Vortrag von Dr. Frank Hofmaier zum Thema: „Wie viel Zeit brauche ich, um unendlich viele Zahlen zu addieren?“ weiter. Mithilfe des Beispiels einer Joggerin, die in einer Minute einen halben Kilometer, in der nächsten Minute nur noch ¼ km schafft usw. führte er uns verschiedene Reihen vor Augen und wie sie sich verhalten. Auf diese Weise zeigte er uns auch, dass sich die natürliche e-Funktion ebenso als Reihe, also als Summe mit unendlich vielen Summanden, darstellen lässt, genauso wie die Sinus- und Kosinusfunktion.

Quelle: Mona Zhu
Dr.Frank Himstedt’s Vorlesung über das Bestimmen von Lösungsmengen bei Gleichungen und Ungleichungen
Quelle: Mona Zhu
Die TUM School of Education in der Marsstraße

Als Abschluss stellte uns Dr. Kathrin Ruf wieder per Live-Stream das Mathematik-Studium vor. So lernten wir, wie man sich für ein Mathematik- Studium an der TUM bewerben kann und welche Veranstaltungen das erste Semester beinhaltet. Weil sich vielleicht viele auch nicht vorstellen können, was man mit seinem abgeschlossenen Studium in der Arbeitswelt eingesetzt werden kann, legte sie uns dar, dass Mathematiker sehr wohl gefragt sind, sei es in der Finanzbranche für Unternehmensberatungen, Banken oder Versicherungen, oder als Wirtschaftsmathematiker, die beim Controlling und Marketing unterstützen. Auch Technomathematiker, die große Unternehmen in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen beraten oder numerische Simulationen anstellen, sind mehr als gewünscht. Insgesamt erhielten wir einen sehr differenzierten und anschaulichen Einblick in das Mathematik-Studium und die beruflichen Möglichkeiten im Bereich der Mathematik. Dafür möchten wir uns bei den Organisatoren dieses spannenden Tages, allen voran natürlich Dr. Himstedt, recht herzlich bedanken.

Mona Zhu und Luca Serrenti