„Wenn du Medizin studierst, dann lernst du jeden Tag ein Telefonbuch auswendig.“
Das ist häufig der Ruf, den das Medizinstudium mit sich bringt. Doch unser Besuch der Fakultät für Medizin am 02.12.2020 bewies uns, dass Medizin ein vielfältigeres und begeisternderes Thema ist als reines Auswendiglernen.
Coronabedingt durfte die Veranstaltung leider nicht am Klinikum rechts der Isar stattfinden, dennoch haben uns Frau PD Dr. Jeannine Bachmann, Prof. Dr. rer. nat. Klaus-Peter Janssen und Prof. Dr. Marc Martignoni einen wahnsinnig spannenden Einblick in ihre Arbeit in den verschiedenen Bereichen der Medizin gegeben und trotz der Umstände für einen erlebnisreichen Tag gesorgt.
Nach einer kurzen Begrüßung durch den Chirurgen Herrn Prof. Dr. Martignoni, der uns dazu ermutigte, so viele Fragen zu stellen, wie wir möchten, da man nur so etwas dazulerne, begann Frau PD Dr. Bachmann damit, uns ein Forschungsprojekt eines ehemaligen TUMKollegiaten vorzustellen. Es handelt sich hierbei um ein realitätsnahes Operationsphantom, welches auch heute noch zum Training von jungen Chirurg*innen zum Einsatz kommt und es diesen ermöglicht, schon früh in realitätsgetreuer Umgebung zu operieren, ohne dabei Gefahr zu laufen, einen Patienten zu schädigen. So sei nachher der Schritt zum wirklichen Operieren kleiner und leichter. Daneben gibt es unter anderem auch noch die Möglichkeit, bei einer Forschungsarbeit direkt mit den Patient*innen zusammenzuarbeiten. So hat ein Schüler beispielsweise ein Programm entwickelt, das die Körpermassezusammensetzung messen kann und so untersucht, wie diese sich während und nach einer Krebsbehandlung verändert und wie diese mit dem Überleben zusammenhängt. Neben der Vorstellung weiterer Arbeiten ehemaliger TUMKollegiat*innen, wies Frau PD Dr. Bachmann auch darauf hin, wie wichtig Hygiene im Krankenhaus sei und das nicht nur in Zeiten einer Pandemie. Anschließend durften wir anhand verschiedener Bilder, welche unterschiedliche Erkrankungen aufzeigten, selber Detektiv spielen und Vermutungen treffen, welche Erkrankung die Person hat und wie sie zu behandeln ist. Hier merkten wir vor allem, wie vielen unterschiedlichen Tätigkeiten Mediziner*innen eigentlich nachgehen und wie groß die Bandbreite dieses Gebiets ist. Mit einer kurzen Wiederholung zu den wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen beendete Frau PD Dr. Bachmann ihren sehr spannenden Vortrag. Ihr Ziel, Begeisterung für die Medizin zu wecken, hat sie bei uns auf jeden Fall erreicht.
Im folgenden Vortrag bekamen wir nun noch eine andere Sicht auf die Medizin vorgestellt, indem uns der Biologe Prof. Dr. rer. nat. Klaus-Peter Janssen seine klinische Forschungsgruppe „molekulare Tumorbiologie“ vorstellte. Zunächst brachte er uns sehr anschaulich näher, wie Krebs eigentlich entsteht und beseitigte auch einige Vorurteile, wie beispielsweise jenes, dass Krebs immer tödlich sei. Herr Prof. Dr. rer. nat. Klaus-Peter Janssen arbeitet nun daran, eine verbesserte Krebstherapie zu entwickeln. Außerdem hat er auch schon verschiedene Forschungsarbeiten im TUMKolleg betreut, von denen er uns zwei vorstellte. Zum einen ging es um eine seltene Darmkrebsart, das Siegelringzellkarzinom, welches mit Hilfe verschiedener Färbeverfahren weiter erforscht werden sollte. Auch ein anderes sehr aktuelles Projekt, in dem mit der sogenannten Genschere CRISPR in Bezug auf das Coronavirus geforscht wird, hat uns sehr beeindruckt. Uns wurde gezeigt, dass die Damen und Herren der Medizin-Fakultät ihr Bestes geben, auf die eigenen Interessen der Schüler*innen bezüglich der Forschungsarbeiten einzugehen und alles möglich zu machen.
In der abschließenden Gesprächsunde wurden noch offen gebliebene Fragen geklärt und ein Abschluss für die gelungene Veranstaltung gefunden.
Wir bedanken uns im Namen des TUMKollegs herzlich bei Frau PD Dr. Jeannine Bachmann, Prof. Dr. rer. nat. Klaus-Peter Janssen und Prof. Dr. Marc Martignoni für den sehr spannenden und begeisternden Tag, die Mühe, die Sie sich mit der Organisation gemacht haben und die Begeisterung, mit der sie von ihren Tätigkeiten erzählt haben.

Anna Hofmann und Rebecca Treplin

Quelle: Anna Hofmann und Rebecca Treplin
Demonstration des realitätsnahen Operationsphantoms
Quelle: Anna Hofmann und Rebecca Treplin
Diagnose eines Pneumothorax anhand des Röntgenbilds
Quelle: Anna Hofmann und Rebecca Treplin
Anfärben von Zellkulturen zur Sichtbarmachung entarteter Zellen