In meinem Praktikum habe ich mich mit Astronomie beschäftigt, was für mich  bisher weitgehend unbekanntes  Thema war. Die Hauptaufgabe meiner research group, betreut durch Denise Stephens, war die Beobachtung variabler Sterne.  Für meine Arbeit habe ich Anleitung von Ryan Porritt bekommen.

Ein variabler Stern zeichnet sich durch periodische  Änderungen in seiner Helligkeit aus, die mit bloßem Auge nicht wahrgenommen werden können. Die Ermittlung dieser Änderung ist ein wichtiger Anteil  an der Definition eines Sterns.  Zu diesem Zweck werden mit verschiedenen Computerprogrammen  die Bilder eines Sterns nach ihrer Helligkeit ausgewertet. Diese Auswertung stand im Mittelpunkt meines Praktikums.

Die Programme basierten  auf Linux.  Von daher dauerte es einige Zeit bis ich damit problemlos umgehen konnte. Es hat mir Spaß gemacht mich in die ungewohnte Art der Bedienung über ein Terminal einzuarbeiten, auch wenn es nicht immer einfach war. Ich vermute, dass ich die grundlegenden Kenntnisse hieraus auch für die Datenverarbeitung für meine Seminararbeit brauchen werde.

Die benötigten Bilder werden durch ein Teleskop auf dem Dach des Physikgebäudes aufgenommen. Ich hatte die Möglichkeit eine Nacht bei den Aufnahmen dabei zu sein, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Dort konnte ich auch wirklich Kontakt zu den anderen Studenten knüpfen, was bei der sonst weitgehend computerfocussierten Arbeit  kaum  möglich war.

Verständigungsprobleme gab es praktisch nicht. Ich denke, dass ich hier vor allem die Spontanität und Flüssigkeit meines Englisch erhöhen konnte. Im Verlauf des Praktikums konnte ich mich z.B. in Diskussionen in größeren Gruppen immer besser einbringen. Dies ist mir am Anfang recht schwer gefallen, da ich oft nicht schnell genug eine Antwort „konstruiert“ hatte.

Wir konnten im Rahmen des Sommerprogramms „Research Experience for Undergraduates“ an einigen weiterführenden Vorträgen für Physik- und Mathematikstudenten  teilnehmen, diese waren für mich gut verständlich. Die Vorträge, die mich am meisten beeindruckt haben waren „Math in Medicine“ und ein Vortrag zum erstellen schriftlicher Arbeiten mit LYX.

Im Mathevortrag wurde am Beispiel des Herzinfarkts aufgezeigt, wie mit mathematischen Methoden medizinische Probleme beschrieben und verstanden werden können, die für den herkömmlichen Mediziner nur schwer zu begreifen sind. Eine solche Herangehensweise an die Medizin könnte ich mir auch gut für meine (weite…) berufliche Zukunft vorstellen.

Der Kontakt zu einer anderen Kultur, der für mich v.a. durch unsere Gastfamilien gegeben war, war für mich der wichtigste Teil des Praktikums. Was ich von dort alles an Erfahrungen mitnehmen konnte lässt sich jedoch sehr schwer in Worte fassen, und schon gar nicht auf einer halben Seite…

Von meiner Gastfamilie wurde ich sehr zuvorkommend und unglaublich offen aufgenommen. Für diese Familien spielt die Religion und Kirche (church of latter-day-saints) einen elementaren Teil des täglichen Lebens.  Das zeigte sich in praktisch jeder kleinsten Ecke des täglichen Lebens. Das „Book of Mormon“ stellt für sie den zweiten Beweis Jesus dar und fungiert, genauso wie die Bibel, als eine Art Handbuch des täglichen Lebens. Diese zwei Bücher sind elementar wichtig, in der Kirche wird angeraten es am besten täglich zu lesen („Use it as you use your cellphone!“) und auch für Jugendliche ist dies selbstverständlich.It`s pioneers`day

Die Familie spielt eine sehr große Rolle z.B. sind der Sonntag und Montagabend ganz für die Familie reserviert. Aus diesem Verständnis heraus entsteht auch die riesige Gastfreundschaft, welche ich dort richtig genießen konnte. Meine Gastfamilie hat versucht mich auf eine angenehme Weise in ihre Familie zu integrieren, was mir viele neue Erfahrungen gebracht hat. Mir hat es viel Spaß gemacht zu sehen (und v.a. gezeigt zu bekommen),  was ihre Kultur auszeichnet und die Zusammenhänge zu verstehen. Wir konnten viel miteinander reden, diskutieren, kochen und sogar joggen gehen.

Auch die vielen beeindruckenden Ausflüge und Aktivitäten haben mir geholfen mein Bild von Utah und Amerika zu entwickeln. Ich beschreibe sie hier aber nicht näher, ich glaube die Fotos auf der Website können  da mehr sagen, als ich hier schreiben kann.

Das Praktikum waren für mich drei wirklich spannende Wochen, die mir unglaublich viele neue und tiefgehende Eindrücke von einem Land und seiner Kultur gebracht haben. Ich glaube, dass ich auch meiner Gastfamilie einen Einblick in mein Leben geben konnte. Daran waren sie sehr interessiert.

Ich bin jetzt schon auf der Suche, wo ich denn nächstes Jahr meine Sommerferien verbringen werde. Zurück komme ich mit einem gewissen Gefühl von „Wolke 7“, ich habe etwas erlebt,  was ich nicht in Worte fassen kann, was aber ein unglaublich tolles Gefühl hinterlässt.