Das Thema dieser Studie ist die Blattentwicklung von Bergahorn und Rotbuche entlang von Höhengradienten im Werdenfelser Land. Dabei wurden Acer pseudoplatanus und Fagus sylvatica auf Unterschiede in ihrer Blattentfaltung untersucht, wobei auch zwischen oberer und unterer Baumhälfte dominanter Bäume bzw. der Verjüngung und Nord- und Südexponierung unterschieden wurde.

An zwei Gradienten wurden alle 100 hm Messgeräte für Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit aufgestellt. Die Werte wurden zu Tagesmittelwerten verrechnet. Des Weiteren wurden für beide Gradienten Durchschnittstemperaturen von Beginn der Messungen bis zum Tag der Phänologiedatenaufnahme berechnet, da anhand diese besser Zusammenhänge zwischen Temperatur und phänologischer Entwicklung festzustellen sind. Die Phänologiedaten wurden mit Hilfe eines veränderten BBCH Codes aufgeschrieben, der zwischen den einzelnen Stadien wie zum Beispiel Knospenschwellen oder erstes grün der Blätter unterscheidet.

Der Vergleich der Unterschiede in Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit auf verschiedenen Höhen und die dazugehörigen Veränderungen in der Blattentfaltung führt zu folgenden Schlussfolgerungen: Mit abnehmender Höhe kann anhand von höheren Durchschnittstemperaturen eine weiter fortgeschrittene Entwicklung der Bäume festgestellt werden. Des Weiteren kann manchmal bei Bäumen auf verschiedenen Höhenstufen das gleiche Entwicklungsstadium festgestellt werden. Dies kann aufgrund der Verwendung des unteren Medians, variierenden Zeiteinheiten der Phasen des BBCH Codes, wegen genetischer Variabilität oder anderen Umwelteinflüssen auftreten. Ein weiteres Ergebnis dieser Studie ist die frühere Entwicklung von Fagus sylvatica. Außerdem entwickeln sich junge Bäume schneller als dominante und die untere Baumhälfte mindestens gleichzeitig mit der oberen. Dazu tendieren südexponierte Bäume zu einer früheren aber gleich schnellen Entwicklung wie nordexponierte.

Eine sich verändernde Durchschnittstemperatur aufgrund des Klimawandels hätte eine Veränderung in der Blattentfaltung zur Folge. Um genaue Vorhersagen treffen zu können, könnte die Studie über einen längeren Zeitraum und mit mehr Gradienten durchgeführt werden. Dies würde zu einer Vergrößerung der Vergleichswerte und somit zu einer Reduzierung von Fehlern führen.