Am 18. Dezember hatten wir unseren letzten TUMTag vor den Weihnachtsferien an der Fakultät für Medizin am Max-Weber-Platz in München.
Nach einer Einführung in das Medizinstudium von PD Dr. Berberat, welcher der wissenschaftliche Leiter der TUM MeDiCAL (MedizinDidaktisches Centrum für Ausbildungsforschung und Lehre), der Organisation des Medizinstudiums an LMU und TUM, ist, hörten wir einen Vortrag über Anästhesiologie und den Forschungsprozess dieser Schlafmittel.


Anschließend wurden wir in zwei Gruppen geteilt. Die eine führte eine Mikroskopierung von Gehirnscheiben von Ratten, an denen Schlafmittel getestet wurden, durch. Dazu mussten die Scheiben zunächst gefärbt werden. In einem langen Prozess mit Entwässerung und eigentlicher Färbung der Präparate lernten wir die Arbeitsweise im Labor kennen. Durch ein schlussendliches Abdichten der Präparatplatten mit speziellen Glasplättchen und einer Art Harz wurde der Versuch abgeschlossen. Anschließend konnten wir schon gefärbte und getrocknete Gehirnscheiben mikroskopieren.
Währenddessen lernte die andere Gruppe den Anästhesieprozess anhand einer Puppe unter der Leitung von PD Dr. Rainer Haseneder kennen. Zunächst sahen wir den theoretischen Vorgang bei einem medizinischen Eingriff, anschließend wurde die Anästhesie simuliert. Hierbei wird zunächst ein Gespräch mit dem Patienten geführt, in welchem unter anderem geklärt wird, auf welche Medikamente der Patient allergisch ist und welche er schon genommen hat. Auch ist der Zeitpunkt des letzten Essens und Trinkens notwendig.

Medizin_Puppe
Unter beruhigenden Worten des leitenden Arztes wird dem Patienten zunächst ein Schmerzmittel, beispielsweise ein Opiat, gegeben, um sicherzustellen, dass der Patient keinen Schmerz spürt, danach das eigentliche Schlafmittel und schlussendlich, wenn der Patient schläft, noch ein Muskelrelaxans, damit der Eingriff beginnen kann. In diesem Zustand wird die komplette Kontrolle über den Patienten übernommen. So wird die Atmung, Sauerstoffsättigung, Blutdruck und vieles mehr „gemonitored“. Auch sind entsprechende Medikamente bereit, sodass sämtlichen Eventualitäten entgegengewirkt werden kann.
Abschließend sahen wir noch die Funktionsweise eines Tubus, welcher dem Patienten in die Luftröhre eingeführt wird, um zu verhindern, dass Mageninhalt in die Lunge des Patienten gelangt. In diesem Fall läge die Sterblichkeitsquote bei 20%.

Nach diesem erlebnisreichen Tag können wir künftigen Operationen mit Anästhesie entspannt entgegenblicken.