Am Montag, den 9. Juli 2018 begann unser Praktikum bei BMW MINI in Oxford. Richard Schnellmann, der Verantwortliche für die Praktikanten der MINI Plant begrüßte uns dort am Gate 6 und hielt einen kurzen Vortrag über die Mini Plant Oxford im Allgemeinen sowie über Organisatorisches während der Praktikumszeit. Anschließend wurden die ca. 20 Praktikanten ihren Bereichen zugeteilt. Uns führte er ins Department „Body in White“, wo uns unser Betreuer Adrian McGee empfing. An den folgenden Tagen wurde uns das gesamte Gelände sowie die einzelnen Abteilungen ausführlich vorgestellt, u.a. durch eine Bus-Tour und Führungen von einigen Mitarbeitern.

Gate 6, MINI Plant Oxford

Adrian McGee stellte uns die wichtigsten Maßnahmen für die erfolgreiche Koordination eines solch großen Unternehmens anhand einiger Präsentationen vor und zeigte uns die Ergebnisse der letztjährigen TUM-Kollegiaten in Oxford. Ausführlich erwähnt wurden dabei Methoden zur effizienteren Arbeitsgestaltung wie z.B. den ursprünglich aus Japan stammenden KAIZEN Prozess, der kleine aber dafür konstante Innovationen und Entwicklungen vorsieht sowie die Methode der 5S, mit der man seinen Arbeitsplatz und die Arbeit an sich durch bessere Strukturierung und Ordnung verbessern kann. Außerdem wurden uns die 8 „Wastes“ erklärt, die es beim Arbeiten möglichst zu vermeiden gilt. Des Weiteren wurden uns die drei verschiedenen Prozessvorgänge „Value-Adding“, „Non-Value-Adding“ und „Waste“ erläutert und Möglichkeiten, Maschinen zeitlich optimal auszunutzen.

Diese neuen Erkenntnisse durften wir sofort in Form eines Multiple-Choice Tests anwenden, der die Bereiche „Statutory Regs & Safety“, „Effective Team working“, „Workplace organisation“, „Kaizen“, „Creating visual management systems“ und „Problem solving techniques“ enthielt. Die Ergebnisse wurden anschließend prozentual in einem sogenannten Spinnennetz-Diagramm angezeigt. Am Ende des Praktikums sollten wir diesen Test ein weiteres Mal beantworten, um unseren Lernfortschritt während der drei Wochen bezüglich dieser Bereiche zu sehen.

 

PDCA – Plan-Do-Check-Act

Der KAIZEN Prozess

Vorgänge von Robotern zu analysieren und zu optimieren war die Aufgabe der letztjährigen TUM-Kollegiaten gewesen; unsere Aufgabe bestand jedoch darin, uns einer Videospiel-Entwicklungssoftware vertraut zu machen (Unreal Engine 4), um einen kleinen Teil der MINI Plant selbst virtuell nachzubauen. Seit diesem Jahr baut die Firma das gesamte Gelände mithilfe der Unreal-Engine sehr detailliert nach (sowohl von außen als auch von innen), um im Fall von nötigen Umbauten erst eine virtuelle Simulation durchzuführen. Als Beispiel wurde die Einführung einer Produktionsstraße eines elektrisch angetriebenen Minis genannt, die einen Umbau benötigt und durch dieses Projekt zunächst virtuell durchgeführt und getestet werden kann. Somit können Fehler schon im Vorhinein besser erkannt und beseitigt werden. Dies soll letztendlich auch durch eine Virtual Reality Schulung von Mitarbeitern ergänzt werden; den Prototypen der dafür notwendigen Anlage durften wir selbst kurz testen.

Eine Produktionsstraße im Body-in-White Department

Nach einigen Übungen mit dem Programm bauten wir zunächst die sogenannte QEC-Training School (QEC = Quality Engineering Center) virtuell von innen nach. Zunächst mussten wir diese mit allen Details möglichst genau fotografieren, um sie dann möglichst realitätsnah am Computer nachzubauen. Drei Büros in der Abteilung sollten demnächst umgebaut werden und wir sollten dafür virtuell Vorschläge für die Innengestaltung bauen und miteinander in einem Video zu vergleichen. Außerdem sollte ein Büro zu einem Meeting-Raum umgestaltet werden und auch dafür durften wir Vorschläge für die Gestaltung in unser Video einbauen.

Danach fingen wir an, an unserem Hauptprojekt, einem vierteiligen Management Gebäude, zu arbeiten. Durch das Arbeiten in einzelnen Levels konnten wir uns das Gebäude aufteilen und einzeln arbeiten, um am Ende alle Teile zum fertigen Projekt zusammenzufügen. Jeder von uns übernahm die Außenansicht eines der vier Gebäude, die wir ebenfalls zuvor detailliert fotografiert hatten. Hier war es wieder das Ziel, durch geeignete Materialien, die das Programm zur Verfügung stellte, die Gebäude möglichst echt aussehen zu lassen. Durch ein Videoprogramm konnten wir bestimmte Arbeitsfortschritte aufnehmen und so auch den Prozess bis zum fertigen virtuellen Gebäude letztendlich in eine Präsentation einzufügen, die alle unsere Ergebnisse der drei Wochen enthielt. Während dieser Arbeit, die hauptsächlich im Department „Assembly“ stattfand, wurden wir von Ross Krambergar sowie Thomas Ewart betreut, die sich schon längere Zeit mit der Unreal Engine befassen.

Das Ergebnis der virtuellen Bürogebäude

Die echten Bürogebäude als Vergleich

In unserer Freizeit konnten wir die sehr schöne Stadt Oxford besichtigen sowie an den Wochenenden einige Sehenswürdigkeiten im nahe gelegenen London besuchen. Unsere Betreuer unternahmen mit uns ebenfalls einen Ausflug zu einer Sehenswürdigkeit in der Nähe von Oxford, dem bekannten „Blenheim Palace“ und konnten uns viel über dessen Geschichte erzählen.

Wir bedanken uns recht herzlich bei unseren Betreuern, die es ermöglicht haben, uns einen sehr umfangreichen Einblick in die Firma zu gewähren und uns aktiv bei einem großen aktuellen Projekt zu involvieren.

Benedikt Eckardt, Florian Tenzer, Adrian Stein, Lando von Etzel