Unser Tag startete mit einer zweistündigen Busfahrt nach Burghausen, an der Grenze zu Österreich. Bei unserer Ankunft wurden wir von Sicherheitsfachkraft Alois Wengler in Empfang genommen und begrüßt. Anschließend stellte er uns die Firma Wacker vor. Er zeigte uns den Aufbau des 2,3 Quadratkilometer großen Geländes, und gab uns einen Einblick in die Entwicklung und das Wachstum der Firma seit der Gründung im Jahr 1914 sowie den derzeitigen internationalen und wirtschaftlichen Umfang. Außerdem wurde uns erklärt, wie Wacker produziert und versucht gesellschaftlichen Interessen wie Umwelt- oder Arbeitsschutz gerecht zu werden. So werden beispielsweise 10% des Stromverbrauchs durch ein eigenes Wasserkraftwerk gedeckt.

Nach der anschaulichen Präsentation und einer kurzen Erfrischung haben wir mit dem Bus eine Rundfahrt über das riesige Gelände gemacht, bei der uns Herr Wengler die wichtigsten Gebäude gezeigt und deren Funktion erklärt hat.

Es folgte die Mittagspause, in der wir mit leckerem Essen verwöhnt wurden, und danach eine erneute Fahrt auf das Gelände, bei der wir ausstiegen um einen genaueren, beispielhaften Einblick in zwei Produktionsanlagen zu erhalten. Bei der ersten Anlage, welche der Elektrolyse von Chlor aus Salz dient, wurde uns dargelegt, wie der Betrieb seinen Bedarf an Chlor und Wasserstoff deckt. Dabei wurden uns die verschiedenen Schritte vom Abbau als Salz bis zur Weiterleitung des aufbereiteten Chlors an die nächste Produktionsstätte sowie die Lagerung und weitere Nutzung der Nebenprodukte aufgezeigt.

Daraufhin ging es weiter mit der Synthese von Chlorwasserstoff, bei der wir den Weg des eben gewonnenen Chlors weiter verfolgen konnten. Wir erhielten Einblick, wie man Schritt für Schritt das gewünschte Produkt gewinnt und bei diesem sogar eine 99,9995% Reinheit erhält. Dabei erfuhren wir auch, dass nahezu alle Nebenprodukte der Reaktionen wiederum als Ausgangsstoffe für andere Reaktionen bei Wacker verwendet werden. Somit wird die Menge an chemischen Abfällen möglichst gering gehalten. Zum Schluss wurden wir noch darüber informiert, welche technischen Schwierigkeiten und Gefahren bei Herstellung, Lagerung und Transport von gefährlichen Stoffen entstehen und wie diese Probleme gelöst werden.

Abgerundet haben wir unseren Ausflug mit einem kurzweiligen Aufenthalt auf der Burg zu Burghausen. Leider konnten wir aufgrund des Wetters die Aussicht nicht wie geplant genießen, doch war es ein schöner Abschluss, der auch die beiden TUM-Klassen näher zusammengebracht hat. Alles in allem war unser Besuch bei Wacker eine gute Einführung in die Industrielle Chemie und wir haben uns trotz der langen Busfahrt und des nicht gerade idealen Wetters wacker geschlagen.

von Fabian Nowak und Luis Staiger