Zu Beginn des Tages wurden wir im Interimshörsaal 1 von Dr. Robert Heininger begrüßt, der uns über das Programm des Tages aufklärte, welches als Schwerpunkt den sogenannten ERP (Enterprise Ressource Planning) von SAP, einem Programm zum Analysieren und Simulieren eines Marktes, das auch von großen Unternehmen genutzt wird, umfassen sollte. Daraufhin gab er uns einen kurzen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Informatik, bei dem wir erfuhren, dass die erste Rechenmaschine, der sogenannte Z1 von Konrad Zuse, einem deutschen Bauingenieur, mithilfe eines Staubsaugermotors hergestellt wurde. Dieser baute danach auch den ersten programmierbaren Computer um 1938. Aufgrund des 2. Weltkrieges setzten sich aber die amerikanischen Modelle international durch, was dann später auch zum Heimcomputer führte. 1967 wurde dann in der TUM die erste Vorlesung zur Informatik gehalten, was damals als „typisches Frauenstudium“ galt. Mit der Entwicklung von Videospielen und der entsprechenden Vermarktung hat sich Informatik aber zu einem männerdominierten Studienfach entwickelt (18% weiblich von 6000 Studenten). Dr. Heininger erklärte uns auch den Begriff „Informatik“ genauer, da viele die Informatik als „bloßes Programmieren“ abtuen. Eigentlich befasst sich die Informatik aber vor allem mit der systematischen, automatisierten Verarbeitung von Informationen. Als letzten Teil der Einleitung zeigte Dr. Heininger uns noch die verschiedenen Studiengänge: die Informatik, die Wirtschaftsinformatik, die Bioinformatik und Games Engineering.

Nach dieser umfassenden Einleitung befassten wir uns genauer mit dem ERP, wobei wir in einem virtuellen Markt gegeneinander antreten sollten: Jedes Team bestand aus zwei Schülern, sodass es insgesamt 13 „Anbieter“ (inklusive einem Lehrerteam) auf dem Markt gab. Die Anbieter verkaufen Getränke im großen Stil, wobei jedes Team 6 Produkte an den Verkäufer bringen konnte und der Markt in drei Regionen eingeteilt wird. Eine „Runde“ des Marktes dauerte 20 fiktive Tage, wobei 1 Tag 45 Sekunden lang war. Man hatte auch verschiedene Möglichkeiten, mit dem Markt zu interagieren, zum Beispiel die Preisregulierung oder die Finanzierung von Marketing. Außerdem hatte man auch mehrere Berichtsfunktionen, zum Beispiel über den eigenen Warenbestand oder den Durchschnittspreisen des Marktes. In der ersten Runde konnte man keinen zusätzlichen Bestand bestellen, d.h. alle hatten dieselbe Menge an Waren, was den Markt vorhersehbarer machte. Ab der zweiten Runde konnte man dann zusätzlich noch neue Waren bestellen, um sein Lager aufzufüllen, was dafür sorgte, dass man nie wissen konnte, wie viel Waren auf dem Markt sind und das somit eine exakte Strategie erschwert. Zuerst starteten wir mit einer Simulation, die nur zwei Runden beinhaltete, welche wir dann über die Mittagspause in fünf Gruppen analysiert haben, um mehr über unseren fiktiven Markt und dessen Vorlieben zu erfahren.Danach begann die zweite Simulation, die diesmal drei Runden lief und aufgrund der neuen Ergebnisse und einer neuen Teambildung sehr unähnlich der ersten Runde war. Die „Gewinner“ des Marktes erhielten sogar ein Geschenk von Dr. Heininger für ihre Leistung.

Auch wenn die Simulation stark vereinfacht zum echten Markt war, konnte man sehr viel dazulernen und einen sehr guten Einblick in die Wirtschaftsinformatik erhalten. Das hektische Arbeiten am Markt hat auch überraschend viel Spaß gemacht und die Simulation war zudem ausgesprochen herausfordernd zu meistern, weshalb es auch vereinzelt grobe Fehler gab, von denen sich die „Anbieter“ nur schwer erholen konnten oder die ihr Wachstum immens verlangsamten.

Insgesamt hat der Besuch an der Fakultät einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.