Zu Beginn unseres Aufenthaltes erhielten wir einen Einführungsvortrag zum Studienangebot der TUM School of Management, insbesondere des Studiengangs TUM-BWL, einer Kombination aus 70% BWL und 30% einer Naturwissenschaft nach Wahl. Nach einer kurzen Trinkpause hielt uns Dominik Fischer den Vortrag „Minds & Machines“ zum Philosophieren über Künstliche Intelligenz (KI), deren Nutzen, mögliche Gefahren und ab wann eine Maschine als sich selbst bewusst und damit als intelligent bezeichnet werden kann. Nach einer anschließenden kleinen Diskussionsrunde mit dem Kurs kamen wir zu folgender Aussage: Ja, eine KI wird irgendwann, in nicht allzu ferner Zukunft, die Fähigkeiten eines Menschen erreichen. Ob es sich hierbei nun aber um ein sich selbst bewusstes Wesen oder doch nur um eine sehr gute Simulation eines solchen handelt, lässt sich sehr schwer feststellen, da es momentan nicht möglich ist einen Bewusstseinsgrad zu messen, auch wenn es dazu Theorien, z.B. die IIT 3.0 gibt.

Nach dem Vortrag gingen wir in die Mensa im Nebengebäude und aßen zu Mittag.

Dann kamen wir zum praktischen Teil des Tages: Nach einer kurzen Einführung durften wir an einem Simulationsexperiment teilnehmen. Dabei wurde uns zufällig am Computer die Rolle A oder B zugewiesen. Partner A hatte zehn Süßigkeiten zur Verfügung und musste Partner B ein Angebot stellen, wie viele Süßigkeiten er B abgeben will. Jedoch war dabei die Identität des jeweils anderen Partners nicht bekannt. Partner B konnte dieses Angebot nun annehmen, dann bekommt jeder die von A bestimmte Menge, wenn B allerdings ablehnt, bekommt keiner der beiden etwas. In der zweiten Runde waren für Partner A nur zwei Aufteilungen zur Auswahl: Entweder er bekommt acht Süßigkeiten und B zwei, oder beide fünf. Daraufhin bekamen wir unsere Gewinne auch ausgezahlt und haben nach einer kurzen Pause die Ergebnisse analysiert. Es war sehr interessant, wie unterschiedlich vor allem die Angebotsrate von 8:2 in Runde eins im Verhältnis zu Runde zwei war, bei Runde zwei wurden viel öfter nur zwei Süßigkeiten angeboten, angenommen wurde dies weder in Runde eins noch zwei. Bei der Diskussion über die Gründe für solche wirtschaftliche Entscheidungen wurde uns der Homo Oeconomicus, der Nutzenmaximierer, der ausschließlich rational, auf größtmöglichen Gewinn fokussiert, denkt, nähergebracht. Wir Menschen dagegen berücksichtigen auch andere Faktoren wie die Entscheidung anderer. Dabei urteilen wir nach moralischen und sozialen Präferenzen, so spielt beispielsweise das schlechte Gewissen beim Lügen eine Rolle. Außerdem haben wir gelernt, dass nicht nur Menschen, sondern auch viele Tiere eine Ungleichheitsaversion, also einen Sinn für Gerechtigkeit haben. Abschließend haben wir noch weitere Experimente, sowohl Laborexperimente als auch Feldexperimente betrachtet und über die möglichen Gründe für den Ausgang dieser diskutiert.

Insgesamt war der Tag sehr interessant und hat uns viele Informationen zum Studiengang TUM BWL nähergebracht.

Von Jakob Then und Jeanette Plechinger