Am 06.11.2019 besuchte das TUMKolleg die Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften, wo uns faszinierende Einblicke in die modernste Analyse des menschlichen Körpers und interessante Vorträge erwartet haben.

Direkt nach unserer Ankunft im Präventionsforschungszentrum, wurde uns der Campus der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften vorgestellt, welcher sich gerade im Umbau befindet. Die meisten Sporthallen und Bürogebäude werden komplett abgerissen und neu gebaut. Während des Umbaus muss jedoch die gleiche Anzahl an Lehrveranstaltungen stattfinden, was sich als Problem erweist. Nach den Renovierungsarbeiten, die bis 2022 abgeschlossen werden sollen, wird der Sport-Campus zu den modernsten Europas gehören und den Studierenden tolle Möglichkeiten bieten.

Anschließend wurden uns die beiden Studiengänge Sport- und Gesundheitswissenschaft vorgestellt. Erster befasst sich hauptsächlich mit der Leistungssteigerung im Sport, zweiterer eher mit der Prävention von Verletzungen und der Rehabilitation. Beide Studiengänge bieten Jobs in diversen Berufsfeldern, sei es in der Orthopädie, Informatik oder sogar BWL. Auch das Lehramtstudium Sport wird hier angeboten, welches im Vergleich zu den anderen, eher theoretischen Studiengängen stark praxisorientiert ist. Die Möglichkeiten nach dem Studium sind damit wesentlich vielfältiger als bei anderen Studiengängen.

Ein Schüler im „Bod Pod“

Nach dieser anfänglichen Einführung gab uns Dr. Fabian Stöcker, der Leiter das Lehr- und Lehrzentrums, einen Rundgang durch die Biolabore vor Ort, sowie einen Einblick in die hochmodernen Gerätschaften zum Messen von Körperdaten und zur Verbesserung der Höchstleistung von Spitzensportlern. So besitzt sie Fakultät beispielsweise einen „Bod Pod“, ein höchst spezifiziertes Gerät zur präzisen Analyse der Körperzusammensetzung. Der Proband wird zunächst gewogen und anschließend setzt er sich in die Kapsel, die um ihn herum ein Vakuum erzeugt. So kann das Volumen genau gemessen werden und daraus der Körperfett- und Muskelanteil gemessen werden.

 

 

Die Sauerstoffaufnahme des Schülers werden gemessen

Es folgte eine Messung der Gesundheitswerte einer der Schüler. Dafür musste er für 20 Minuten mit ansteigender Intensität Rad fahren, wobei seine Sauerstoffaufnahme, und  CO2 Abgabe durch eine Maske, sowie der Puls durch ein Messband genauestens aufgenommen wurden. Dabei lernten wir verschiedene Vorgänge im Körper wie den Kohlenstoffkreislauf kennen, die uns interessante Einblicke in den Körper gewährt haben .Nachdem wir so erfahren haben, wie ein typischer Messvorgang abläuft, machten wir eine kurze Pause in der örtlichen Mensa.

 

 

 

 

 

Nach der kräftigenden Mittagspause begann der zweite Workshop des Tages.

Hierbei ging es um die Elektromyographie.

Zwei Schüler testen Varianten für die maximale Belastung verschiedener Muskelguppen

Die Elektromyografie (EMG) ist eine elektrophysiologische Methode in der neurologischen Diagnostik,  bei der die elektrische Muskelaktivität anhand von Aktionsströmen der Muskeln gemessen und dargestellt wird. Wir haben uns in Gruppen von vier bis fünf Schülern aufgeteilt. Jede Gruppe hat ein Messgerät und zwei Elektroden erhalten, mit denen wir anschließend selbst gewählte Muskeln untersucht haben.Dazu haben wir die beiden Elektroden, die mit dem Messgerät verbunden waren, in Verlaufsrichtung der Muskelfasern auf die Haut geklebt. Wenn nun ein Reiz vom Gehirn ausgehend über die Nervenbahnen zum Muskel gekommen ist und diesen vom Ursprung zum Ansatz durchlaufen hat, haben die beiden Elektroden nacheinander eine Spannung gemessen. Die Differenz der Spannungen, das Potenzial, ist uns nun auf einem Bildschirm angezeigt worden.

Mit diesem Verfahren haben wir die Stärke des elektrischen Reizes bei alltäglichen Tätigkeiten wie Schreiben oder Gehen und bei Bewegungen, bei denen man die Maximalkraft aufwenden muss, verglichen.

 

In einem weiteren Raum war beim Betreten nichts Besonderes zu sehen, bis wir unsere Blicke auf den Boden gerichtet haben. In diesen waren zwei Platten eingelassen, die die auf sie ausgeübte Gewichtskraft gemessen haben. So können verschiedene Sprungvarianten im Leistungssport optimiert werden.

Das funktioniert folgendermaßen: Man stellt sich zunächst in den Messbereich, einen Fuß auf jede Platte. Wenn man nun beispielsweise einen senkrechten Sprung aus der Hocke durchführt, wird die nach unten gerichtete Kraft durch die beiden Platten erfassen. Eine Kamera filmt den Sprung gleichzeitig in Zeitlupe. In dem entstandenen Video können nun die Kräfte, die durch die beiden Platten gemessen worden sind, durch Vektorpfeile visuell dargestellt werden. So kann im Nachhinein betrachtet werden, ob die Beine womöglich ungleichmäßig belastet worden sind. Dies könnte auf Verletzungen, Dysbalancen oder technische Fehler beim Sprung hinweisen. Die Anlage wird vorrangig zur Optimierung von Sprüngen im Leistungssport, aber auch zur Prävention von Verletzungen bei alltäglichen Dingen wie dem Aufheben eines schweren Gegenstandes genutzt.

Auch wir durften die Anlage natürlich selbst ausgiebig testen, sodass jeder, der wollte, springen und seine Ergebnisse mit den anderen vergleichen konnte.

 

So endete ein aufregender und faszinierender Tag an der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften.Wir möchten uns im Namen des TUM-Kollegs bei allen Organisatoren und Beteiligten bedanken.

 

Helmut Voges und Leonhard Thume