CT-basierte Messung der Fett- und Muskelmasse kachektischer Krebspatienten

von Lilly Reik

Januar 2014

WOW! Heute ist Abgabetermin, was für ein Gefühl! Ich versuche es mal zu beschreiben:

Stell dir vor du hast dich lange auf einen Marathon vorbereitet, weil du dir das als Ziel des Jahres gesetzt hast. Jetzt bist du mittendrin, nach 20 km kommen dir Gedanken wie: „Oh je, schaffe ich das wirklich?“ in den Kopf. Doch du beißt die Zähne zusammen und gibts nochmal alles. Und auf einmal ist da das Ziel, fertig! Geil! Du bist überglücklich und stolz auf dich.

Ok, ein bisschen übertrieben, aber ungefähr so fühlt es sich an! Wunderbar! Aber ein bisschen traurig werde ich bei dem Gedanken, dass jetzt alles vorbei ist… Nicht ganz, „mein“ Arzt und Betreuer braucht mich noch. Außer mir kann schließlich niemand mit dem neu gekauften Programm sliceOmatic umgehen.

Es war eine (nein viele) wunderbare Erfahrung, ich bereue nichts!


 

 Dezember 2013

Endlich Ferien – endlich Endspurt!

Es ist der Wahnsinn. Die Zeit vergeht so schnell. Der Dezember war und ist extrem vollgestopft mit Klausuren und vielen anderen Dingen. Gleichzeitig drängt die Forschungsarbeit aber immer mehr. Nur noch 2 Wochen dann ist Abgabetermin.

Doch es wird!

Die Auswertung dauerte zwar viel länger als gedacht, dafür hab ich jetzt wunderschöne Tabellen und Diagramme. Da hat mir nur die Zeit gefehlt richtig voranzukommen mit dem Schreiben. Klar, ich hab schon einige Seiten geschrieben, doch es warten noch viele weitere auf mich! Deswegen heißt es diese Ferien: schreiben, schreiben, schreiben!

Die Vorfreude auf den 8. Januar ist groß – Abgabetermin!

Die Jugend forscht Anmeldung hat geklappt, ich bin beim Regionalwettbewerb Flughafen München eingeteilt worden.


November 2013

Schon lange nichts mehr berichtet – höchste Zeit endlich wieder von meinen Fortschritten zu erzählen.

Im Juli und August habe ich einige Wochen von morgens bis abends im MRI verbracht und angefangen an die 150 CT Bilder mit dem Programm sliceOmatic auszuwerten. Das dauert pro CT ungefähr 20 Minuten. Dazwischen gab es immer mal wieder kleine Störungen, die den ganzen Prozess verzögerten und so kann man mit circa 60 reinen Arbeitsstunden rechnen. Fast wäre ich am Ende der Sommerferien fertig geworden, doch dann kam eins nach dem anderen (Schulanfang mit dem üblichen Schulstress, Studienfahrt, Japanaustausch, Soft-Skill-Seminar des Elitenetzwerks Bayern u.v.m.). Und so hab ich doch erst letzte Woche diesen Teil meiner praktischen Arbeit beenden können. Man muss dazu sagen, dass ich den allergrößten Teil während der Ferien oder am Wochenende gemacht habe. Trotz der großen Verzögerung – ich war nicht faul!

Diese Woche werde ich meine gewonnen Daten in die Datenbank des ESZKs eintragen und dann kann nächste Woche die statistische Auswertung beginnen! Ich bin gespannt!

Langsam muss jetzt auch mit dem Schreiben begonnen werden, außerdem steht die Anmeldung für Jugend forscht 2014 an!

Bis bald!


Mai 2013

Und schon wieder ist ein Monat vergangen, die Zeit rennt.

Da kam mir das verregnete Wetter in den Pfingstferien ganz recht und ich fuhr einige Male ans Klinikum rechts der Isar und arbeitete fleißig.

Aus einer Datenbank mit rund 600 Datensätzen suchte ich alle Patienten raus, von denen ein für meine Studie brauchbares CT-Bild vorhanden ist. Rausgekommen ist eine Liste mit knapp 400 CT-Bildern. Jetzt weiß ich: mir wird erstmal nicht so schnell die Arbeit ausgehen! Denn jedes einzelne CT-Bild werde ich mit dem Programm sliceOmatic nach dem prozentualen Anteil der Fett- und Muskelmasse auswerten.

Die gewonnenen Werte werde ich daraufhin analysieren, aber bis dahin wird es noch ein bisschen dauern!


April 2013

Chirurgie – der Traum vom Schnibbeln

Medizin – ja, das will ich studieren! Doch sobald ich das einem Arzt erzähle, bekomme ich die Frage gestellt, ob ich mir das auch gut überlegt habe… Oh nein, ist der Beruf „Arzt“ denn etwa so schlimm? Das will und kann ich kaum glauben, doch will ich den Rat befolgen und mir das ganze nochmal genauer überlegen.

Und so entschließe ich mich meine Forschungsarbeit am Klinikum rechts der Isar in der Abteilung Chirurgie zu schreiben – noch näher werde ich wohl kaum an den Arbeitsalltag eines Arztes heran kommen als hier!

Ein netter Chirurg, PD Dr. Martignoni, bietet mir eine klinische Arbeit in seiner Arbeitsgruppe „Krebskachexie“ an. Es geht um Tumorpatienten, die aufgrund dessen stark an Muskel- und Fettmasse abnehmen. So viel, dass sie letztendlich auch daran sterben können. Klingt sehr interessant – das Themengebiet gefällt mir! (Mit Schnibbeln und Chirurgie hat es nur noch im weiteren Sinne etwas zu tun. Vielleicht ist es aber auch besser, wenn Praktikanten, wie mir, nicht direkt an den OP-Tisch herangelassen werden.)

Nach den ersten Kennenlern-Gesprächen starte ich an einem Mittwoch Morgen Anfang März meinen ersten Tag im Klinikum. Ich schnuppere in die Sprechstunden des Ernährungs- und Sportzentrums für Krebspatienten (ESZK) und erledige mit meiner Betreuerin Tara Müller organisatorische Angelegenheiten. Als Erstes brauche ich natürlich einen weißen Kittel! Alles rund um meinen Arbeitsplatz muss in Gang gebracht werden: Telefon- und Internetanschluss, Computer, Drucker, Zugangsdaten zum Netzwerk und SAP, eigene TUM-Emailadresse und auch ein Schlüssel für das Zimmer wird extra für mich in der Schlosserei angefertigt. Das nimmt doch alles seine Zeit in Anspruch, obwohl es verhältnismäßig relativ schnell ging, meinte meine Betreuerin!

Die nächsten Male mach ich mich mit dem Umfeld vertraut. Zusammen mit meiner japanischen Austauschschülerin bin ich einen Tag im OP-Saal und wir bekommen zu sehen wie bei einer Operation Lebermetastasen entfernt werden. Außerdem lerne ich alle aus der Arbeitsgruppe kennen, bin bei den Sprechstunden des Ernährungszentrums dabei und beginne langsam in meine Arbeit einzusteigen. In die Literatur habe ich mich schon ein bisschen eingelesen, jetzt geht es darum mein Thema zu konkretisieren. Meine Arbeit wird aus mehreren Teilen bestehen, der Erste wird sein anhand eines CT-Bildes beim dritten Lendenwirbel die Muskel- und Fettmasse zu bestimmen und somit den Krankheitsverlauf beobachten zu können.

Deswegen bekomme ich eine kleine Einführung in die Radiologie von einem Spezialisten aus dem Hause, der mich auf die möglichen Schwierigkeiten beim Auswerten der CT-Bilder hinweist.

Außerdem arbeite ich mich einige Stunden in die Demo-Version des Programms slice-O-matic 5.0 ein, mit dem ich die CT-Bilder auswerte. Eine meiner Aufgaben ist es slice-O-matic 5.0 in der Abteilung Chirurgie zu etablieren.

Außerdem arbeite ich mich in die Datenbank der Krebskachexiestudie ein und sammle alle Informationen zusammen, die ich später brauchen werde. Langsam bekomme ich ein immer klareres Bild vom meiner Forschungsarbeit! Die Gliederung steht schon und ein bisschen habe ich auch schon zu schreiben angefangen!

Die Arbeit kann beginnen!