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Am Mittwoch, den 2. Dezember besuchten die TUM-Kollegiaten aus Garching und Gauting die Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften am Olympiazentrum.

Zuerst hat uns Stephanie Perschke die Fakultät vorgestellt. Dabei erfuhren wir, dass das gesamte Gelände 1972 für die Olympischen Spiele gebaut wurde und nun als Studentenwohnraum und Sitz der Fakultätsgebäude benutzt wird. Da die Gebäude z.T. renoviert werden, ist der Lehrbetrieb an den Georg-Brauchle-Ring in der Nähe des O2-Towers verlegt worden. Danach stellte uns Fr. Perschke verschiedene Lehrstühle genauer vor, wobei nicht alle rein technisch orientiert waren. Wir erfuhren beispielsweise Näheres über den Lehrstuhl „Biomechanik in Sport“. Dieser Lehrstuhl beschäftigt sich unter anderem mit Bewegungsanalyse, wie zum Beispiel die Messung der Kräfte beim Skispringen. Außerdem bekamen wir noch Informationen über den Lehrstuhl Präventive Pädiatrie, der sich unter anderem mit der medizinischen Analyse und Forschung bei Kindern beschäftigt. Der Lehrstuhl hat das Projekt KidsTUMove erstellt, indem chronisch kranken Kindern ein Zugang zu Sport und Bewegung ermöglicht wird. Dabei wurde uns auch die für viele überraschend hohen Voraussetzungen für Englisch erklärt. Man benötigt für ein Studium mindestens 10 Punkte in Englisch im Abitur. Das ist notwendig, da einige Module des Studiums und viele Texte auf Englisch sind, und die Studenten Vorträge auf Englisch halten müssen. Im Anschluss an den sehr informativen Vortrag von Frau Perschke erklärte uns Philipp Peter wie Leistungsdiagnostik mittels Laktatmessung funktioniert. Laktat ist das Anion der Milchsäure, die der Körper produziert, wenn der Muskel nicht mehr genügend Sauerstoff für den komplett aeroben Stoffwechsel hat. Je weniger Laktat bei hoher Anstrengung im Blut vorhanden ist, desto mehr Ausdauer hat der Sportler. Die Messung von Laktatwerten im Blut wird vor allem verwendet, um Trainingserfolge zu überprüfen und individuelle Trainingspläne zu erstellen.

Nachdem wir den theoretischen Teil zur Laktatmessung verstanden hatten, durften einige von uns ihre Ausdauer auf dem Fahrrad-Ergometer unter Beweis stellen und unterzogen sich der Laktatmessung. Dabei wurde zur Laktatbestimmung vor Beginn der körperlichen Anstrengung eine Blutprobe am Ohrläppchen genommen und während der Belastung in Zeitintervallen von drei Minuten (s. Foto). Zeitgleich mit der Blutentnahme wurde die „zu radelnde Leistung“ am Ergometer jeweils um 25 Watt erhöht. Zusätzlich wurde auch der Puls des Sportlers gemessen und dieser nach seinem eigenem Belastungsempfinden gefragt. Das subjektive Belastungsempfinden wurde mit Hilfe der sogenannten Borg-Skala gemessen. Diese erfasst das Belastungsempfinden mittels einer Punkteskala: Von 6 – keine Anstrengung – bis 20 – maximale Anstrengung. Nachdem alle Teilnehmer fast 300 Watt erreichten und einige einen Puls von über 210 hatten, wurden die Messungen beendet und anschließend ausgewertet. Ein Laktatmessgerät diente zur Bestimmung des Laktatgehalts (s. Foto) Dabei stellte sich am Beispiel eines sportlichen Mitschülers heraus, dass sein optimaler Trainingspuls anhand der Laktatwerte bei 130 – 140 liegt, um seine jetzige Kondition zu halten. Will er seine Kondition steigern, müsste unser Mitschüler bei einem Trainingspuls von 150-160 Sport betreiben. Diese Trainingsoptima werden für jeden individuell aus den gemessenen Laktat- und Pulswerte sowie der Borgskala errechnet. So kann für jeden Sportler ein individueller Trainingsplan erstellt werden. Dabei war es natürlich spannend für uns zu erfahren, dass z.B. auch bekannte Fußballer zusammen mit der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften ihren Trainingsplan erstellen.

Nach der Mittagspause durften wir nach einem kurzen Fußweg durch das Unigelände eine Vorlesung von Herrn Dr. Ferdinand Tusker besuchen. Die sehr informative Vorlesung aus dem Modul „Sportdiagnostische Basiskompetenz“ hatte das Thema „Sportmotorische Diagnostik‚ Kraft‘“. Neben Grundlegendem zum Thema Kraft erfuhren wir, außerdem wie die Kraft am besten trainiert werden kann und wie sie getestet werden kann. Uns wurde beispielsweise gezeigt, dass es möglich ist alleine mit Bewegung der Arme ohne Hilfe der Beine einige Zentimeter hoch zu springen.

Nach dieser spannenden und auch für die Testpersonen sehr anstrengenden Einheit ging der TUM-Tag an der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften zu Ende und wir alle bedankten uns ganz herzlich für den spannenden Tag, an dem wir viel Spaß hatten und viele interessante Dinge kennenlernen durften.

Annabelle Sapper und Alexander Kranzer