Am 28.10.2015 ging der TUMKolleg-Mittwoch in die Innenstadt. Ziel war die TUM School of Management.

Zuerst hörten wir uns einen Vortrag zum Studiengang TUM-BWL von Prof. Dr. Ernstberger an. Manche waren überrascht, dass sich dieser Studiengang nicht nur aus reinen BWL- oder VWL-Vorlesungen zusammensetzt, sondern auch einen ca. 30% großen Anteil an Technik oder einer Naturwissenschaft enthält. Prof. Dr. Ernstberger ging in seiner Vorstellung des Studiengangs auch auf typische Berufsfelder eines Wirtschaftswissenschaftlers ein, wodurch uns auch Einblick in die Berufswelt gegeben wurde. Im Sinne der Studieninformation zeigte uns Prof. Dr. Ernstberger Geschichtliches zur Entwicklung der Fakultät an der TUM und der Partneruniversitäten, welche weltweit vertreten sind.

Anschließend hörten wir Genaueres über die in den Wirtschaftswissenschaften eingesetzten Forschungsmethoden, von denen uns einige anhand von Beispielen aus dem Bereich der theoretischen und empirischen Forschung erläutert wurden. Inhaltlich erklärt wurden uns drei speziellere Methoden der empirischen Forschung: Die archivdatenbasierte Forschung, welche sich mit explizierten Fällen von zuvor durchgeführten und veröffentlichten Untersuchungen beschäftigt. Als zweites die Befragungsstudie, in der Firmen und Unternehmen direkt in Fragebögen angeschrieben werden. Das Problem dieses Forschungsansatzes ist allerdings, dass man mit einem hohen sogenannten non-response-bias, das heißt mit zu wenigen Antworten, rechnen muss, was zu einer Verzerrung der Ergebnisse führen kann. Das letzte vorgestellte Beispiel war die Fallstudie, welche sehr realitätsnah ist, da die Daten direkt bei der Quelle, also den untersuchten Firmen und Unternehmen, erhoben werden, jedoch einen sehr hohen zeitlichen Aufwand voraussetzt.

Nach einer Stärkung in der Mensa begann der praktische Teil des Tages, durch den uns Dr. Andreas Ostermaier führte. In Form eines in unserer Gruppe durchgeführten Experiments konnten wir angewandte Wissenschaft erleben. Das Thema war das sogenannte „Ultimatum-Spiel“, welches wir im Labor an Rechnern durchführten. Im Kern geht es darum, dass Spieler A einen Betrag von 10€ geschenkt bekommt und einen zweiten Spieler B einen beliebigen Anteil davon anbieten soll. Nimmt Spieler B das Angebot an, so erhält jeder Teilnehmer den ihm nach der angebotenen Aufteilung zustehenden Betrag. Falls jedoch Spieler B ablehnt, wird an keinen Teilnehmer Geld ausgeschüttet. Als Prämie wurden uns Gummibärchen geschenkt, je nachdem wie viel Geld wir im fiktiven Experiment ergattern konnten. Nach Abschluss des Spiels wurden unsere eigenen Ergebnisse mit den Resultaten von Forschungsarbeiten zu diesem Thema vergleichen. Im Anschluss daran beschrieb uns Dr. Ostermaier noch Faktoren, die das Ergebnis des Ultimatum-Experiments beeinflussen, so wie den Unterschied, ob das Angebot von einer Frau oder einem Mann gemacht wurde oder die Abhängigkeit vom durchschnittlichen Monatseinkommen des Landes, aus dem die Teilnehmer des Experiments stammen. Ein Vergleich unserer Ergebnisse mit denen aus der Forschung zeigte deutliche Parallelen.

BildBWL

Zum Abschluss führte uns Herr Dr. Ostermaier noch zwei andere Formen von Ultimatum-Experimenten vor, die allerdings mit Affen als Teilnehmern durchgeführt wurden, was sowohl putzig als auch sehr interessant zu sehen war. Es zeigte sich, dass Affen mehr ihre eigenen Vorteile im Auge haben als wir Menschen und nicht so sehr altruistisch denken.

Nach dieser Einheit ging der TUM-Tag an der Fakultät der Wirtschaftswissenschaften zu Ende und wir alle bedankten uns ganz herzlich für den spannenden Tag, an dem wir viel Spaß hatten und einige interessante Dinge lernen konnten.

Christian Schrader und Maximilian Kerschbaum