Am 26.10.16 besuchte das TUM-Kolleg die Fakultät für Physik der TU München.
Zu Beginn wurde uns ein umfangreicher Blick in die Reaktorhalle und die umliegenden Räumlichkeiten gewährt. Um die verschiedenen Bereiche besser kennen zu lernen wurden wir in mehrere kleine Gruppen aufgeteilt.
So konnten wir mehr über die Nutzung von Positronen in der Materialforschung erfahren. So können Defekte im Atomgitter und Atomsorten ermittelt werden. Die meisten Experimente finden jedoch mit Neutronen statt.

Diese werden beispielsweise genutzt um schadenfreies Durchleuchten von Gegenständen zu ermöglichen. Außerdem kann das Leben von Krebspatienten verlängert werden, indem man die Tumore mit Neutronen bestrahlt. Dies ist jedoch rein praktisch orientiert und nicht auf die Forschung fokussiert. Des Weiteren kann der 8,5 Kilogramm schwere zu 93% angereicherte Urankern dazu verwendet werden Silizium mit Phosphor zu dotieren. Ermöglicht wird dies durch einen Beta-Minus-Zerfall, bei dem ein zugefügtes Neutron zu einem Proton zerfällt. Durch diese Dotierung wird eine bessere Leitfähigkeit ermöglicht. Der Vorteil bei der Dotierung mit der Neutronenquelle liegt in einer homogenen Phosphorverteilung im Siliziumkristall.

Zusätzlich wurde uns versichert, dass das Gebäude einen hohen Sicherheitsstandard erfüllt.
Nach der Mittagspause hatten wir die Wahl zwischen zwei Versuchen zur Optik.
Eines der Experimente beschäftigte sich mit der geometrischen Optik, Linsensystemen und Abbildungsfehlern. Es sollte versucht werden verschiedene Objekte mit unterschiedlichen Linsen und Linsensystemen auf einen Schirm zu projizieren und welche Probleme und Erkenntnisse damit einhergehen. So kann man zum Beispiel niemals alle Teile eines Bildes scharf stellen oder, dass das abgebildete Objekt immer punktsymmetrisch zum Ursprungsobjekt ist.
Der zweite Versuch beschäftigte sich mit der Messung der Frequenz eines Lautsprechers mit Hilfe der Interferenz von Lichtwellen. Diese wurde mit einem Michelson-Interferometer ermittelt, bei dem die beteiligten Lichtstrahlen verschiedene Wege zur Messstelle zurücklegen und es so zur Interferenz der beiden Lichtwellen kommt.
Die Erkenntnisse der beiden Versuche wurden von uns in einem sogenannten „logbook“ wissenschaftlich korrekt protokoliert.
Nach Vollendung der Experimente stellten sich die Gruppen ihre Ergebnisse gegenseitig vor, um den anderen so einen Einblick zu gewährleisten.
Roman Rüchardt, Nicholas Leister