Am Mittwoch den 28.09.14 besuchte das TUMKolleg gemeinsam mit der Q11 das Transplantationszentrum im Klinikum Großhadern.

In einem Hörsaal der LMU im Klinikum leitete Dr. med. Arbogast die Veranstaltung mit einigen Statistiken zur Organspende ein. Da die Organspende in Deutschland nur nach Zustimmung erfolgt und noch dazu die Wahrscheinlichkeit, dass der Spender hirntot ist, sehr gering ist, kommt man auf ein erschreckendes Ungleichgewicht von 1:4 der zur Verfügung stehenden Organen zu den benötigten. Jedes Jahr werden durchschnittlich 11000 Organe angefragt und nur rund 3000 können vergeben werden.

Hier übernahm Frau Campe und klärte uns über die rechtlichen Grundlagen der Organspende auf. In einer Diskussionsrunde redeten wir über den moralischen Konflikt zwischen dem Recht auf Leben des Empfängers und der Menschenwürde des Spenders. Zu dieser Menschenwürde gehört unter anderem auch die Anonymität zwischen Spender und Empfänger. Die einzige Möglichkeit einander zu erreichen ist über Briefe, die von der Organisation Eurotransplant weitergegeben werden.

Außerdem erklärte sie uns den Ablauf, der das Vorhandensein oder Fehlen von Hirnströmen bestimmt. Hierfür führen zwei spezialisierte Ärzte unabhängig voneinander diverse Tests durch oder es wird mit Hilfe eines Elektroenzephalogramms (EEG) das Fehlen von Hirnaktivität angezeigt.

Nach eine Pause mit bereitgestellten Softdrinks stellten sich uns ganz besondere Gäste vor: zwei mehrfach Organtransplantierte.
Sie erzählten von ihren Schwierigkeiten auf der Transplantationsliste weit genug nach oben zu gelangen und ihr Umgang mit dem Wissen, ein Teil eines anderen Menschen in sich zu tragen. Einer der beiden Herren, der inzwischen dreifach erfolgreich organtransplantiert ist, beendete die Veranstaltung mit den eindrucksvollen Worten:

„Das Leben ist viel zu kurz für Langeweile, denn für uns alle ist es früh genug zu spät.“