Das neue Jahr startete für uns TUM-KollegiatInnen mit einem erneuten Besuch der Fakultät für Mathematik am 07.01.2015. Diesmal standen zwei Vorträge und eine Übung auf dem Programm.
Am Morgen holte uns Herr Dr. Frank Himstedt in der Eingangshalle des Mathematik- und Informatik- Gebäudes ab und brachte uns in den Raum für die Vorträge und Übungen. Dort hielt Dr. Frank Himstedt persönlich den ersten Vortrag über Verschlüsselungstechniken und deren Zusammenhang mit Mathematik.
Zuerst lernten wir einfache Verschlüsselungstechniken wie die Cäsar-Verschlüsselung, bei der Buchstaben einer Nachricht durch zyklisches Verschieben des Alphabets ersetzt werden, kennen. Diese Verschlüsselungstechniken sind heutzutage jedoch unsicher, da sie sehr leicht auch von unerwünschten LeserInnen entschlüsselt werden können. Als Lösung für dieses Problem wurde uns das RSA-Verfahren, welches ein häufig verwendetes Verfahren der Public-Key-Verschlüsselung ist, vorgestellt. Es basiert auf sehr großen Primzahlen und deren Eigenschaften, die von berühmten Wissenschaftlern wie Euler oder Fermat umfangreich erforscht wurden. In der Praxis wird es zum Beispiel für den Schutz von Passwörtern oder die Nutzung von Chipkarten verwendet.
Im Anschluss daran durften wir uns selbst an einigen Aufgaben mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden versuchen.
Nach der Mittagspause bekamen wir einen weiteren Vortag von Herrn Dr. Michael Ritter über Routenplanung als Beispiel für angewandte Mathematik zu hören. Zur Veranschaulichung zeigte er uns eine Karte von Gauting, auf der verschiedene Adressen eingezeichnet waren und die es galt auf der günstigsten Route anzufahren. Er machte uns mit Verfahren der Heuristik vertraut, wobei wir immer wieder feststellen mussten, dass diese nicht die optimale Lösung für die Route durch Gauting brachten. Daher lernten wir einen zuverlässigen Algorithmus für die optimale Lösung kennen und tatsächlich erhielten wir den schnellsten Weg für unsere Aufgabenstellung. Im Alltag finden sich solche mathematische Problemstellungen z.B. in Logistikzentren wieder.
Am Ende dieses äußerst interessanten TUM-Tags war uns allen bewusst, dass Mathematik uns im alltäglichen Leben öfter begegnet als wir es annehmen.